Serie „Marketing als Texter und Freelancer“ – Teil #3

So präsentieren Sie sich als Experte

Das Wichtigste an Ihrem Auftritt als Freelancer sind die Leistungen, die Sie anbieten. Mit Ihren Leistungen wollen Sie wahrgenommen werden, Interesse wecken und Geld verdienen. Ohne Leistungen kein Unternehmen.

Das führt so manchen in Versuchung, die eigenen Fähigkeiten in hohen Tönen zu besingen und ein möglichst breites Spektrum von Leistungen anzubieten. Je mehr Nachfrage Sie abdecken, desto größer die potentielle Kundschaft. Richtig?

In der Theorie vielleicht, aber die Praxis sieht etwas anders aus. Ihr Angebot darf einerseits nicht so begrenzt sein, dass die Zielgruppe zu klein wird oder der Eindruck entsteht, dass Sie nicht viel können. Es darf aber andererseits auch nicht so groß sein, dass Sie in Ihrer Außendarstellung alles zu können scheinen. Ein solcher Anspruch ist unglaubwürdig und verwässert das Profil Ihrer Marke und Ihrer Person.

Grenzen Sie Ihre Leistungen also realistisch und konkret ein, um als Experte glaubwürdig zu sein. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Haben Sie eine frühere Folge der Serie Ihr Marketing als Texter und Freelancer verpasst? Jetzt nachholen:

Folge 1: So funktionieren Sie als Marke
Folge 2: So wird Ihre Website zum Erfolg

Nachdem Sie nun über eine durchdachte Marke und Website verfügen, beginnen Sie mit dem Feinschliff. Der beste Ort, um damit zu beginnen, ist die Darstellung Ihrer Leistungen. Was genau gehört alles dazu?

Ihre Kompetenzen: Was können Sie?

Jedes Angebot einer Dienstleistung beruht auf einem Können. Fragen Sie sich, welche Talente und Qualifikationen es genau sind, die Sie in die Lage versetzen, eine professionelle Dienstleistung anzubieten. Dass Sie „einfach schreiben können“, mag zutreffen, ist aber für die Außendarstellung nicht konkret genug. Was bedeutet das genau?

  • Sprudeln Sie über vor Kreativität und haben schon als Kind die ersten Kurzgeschichten geschrieben?
  • Sind Sie eine wandelnde Textkorrektur, die ständig über holprige Formulierungen und Rechtschreibfehler stolpert?
  • Waren Sie schon immer fasziniert von der Perfektion genialer Werbekampagnen oder denken gerne darüber nach, wie man die weniger perfekten verbessern könnte?

Das wären Eigenschaften, unter denen sich Ihre Interessenten etwas vorstellen können. Wenn Sie daran ansetzen, schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie schärfen Ihr Markenprofil und können genauer darauf eingehen, wodurch sich gute Arbeit im Bereich Ihrer Expertise auszeichnet. Damit stellen Sie Ihre Fachkenntnis unter Beweis.

Wenn es Ihnen nicht gelingt, sich so für alle Textarten vom Werbetext bis zur akademischen Arbeit als Experte darzustellen, dann ist das gut! Es zeigt nämlich, dass Sie ehrlich zu sich sind. Niemand kann alle Textarten auf hohem Niveau abdecken. Versuchen Sie es also gar nicht. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie wirklich können.

Wenn Ihr Unternehmen noch jung ist, nützt diese Eingrenzung nicht nur Ihrem Marketing, sondern auch der Schärfung Ihrer Identität als Dienstleister. Oft weiß man anfangs noch nicht genau, was man gut und weniger gut kann. Finden Sie es Stück für Stück heraus und gehen Sie sich selbst sowie Ihren Kunden gegenüber ehrlich damit um. Klarheit über Ihre Stärken und Schwächen gibt Ihnen Selbstbewusstsein und weckt Vertrauen bei Lesern und Interessenten.

Ihre Spezialisierung: Was wollen Sie?

Während Sie Ihr Profil und Leistungsangebot schärfen, stellen Sie vielleicht fest, dass Sie manches zwar könnten, aber nicht so gerne wollen. Auch das gehört dazu und verlangt nach Ehrlichkeit mit sich selbst. Hier müssen Sie abwägen, ob Sie es sich geschäftlich leisten können, auf ungeliebte Arten von Aufträgen zu verzichten. Wichtig ist aber, dass Sie eine klare Entscheidung treffen. Nur dann können Sie Ihre Leistungen überzeugend darstellen und vermeiden, sich mit Aufträgen zu quälen, die Sie eigentlich gar nicht wollen.

Natürlich wäre es nicht sinnvoll, Leistungen in Ihr Portfolio aufzunehmen, die Sie gar nicht anbieten wollen. Aber in Ihrer Selbstdarstellung können Sie durchaus zeigen, dass Ihre Fähigkeiten breiter gefächert sind als Ihr Angebot. So wirkt Ihre Spezialisierung als bewusste Entscheidung, statt aus der „Not“ geboren zu sein, dass Sie nichts Anderes im Repertoire haben.

Referenzen und Person: Worauf beruht Ihr Expertenstatus?

Sie haben nun also Ihr Können eingegrenzt und Leistungen ausgeschlossen, die Sie nicht auf professionellem Niveau anbieten wollen. Als nächstes gilt es, Glaubwürdigkeit für die gewählten Kompetenzen und Leistungen herzustellen.

Das gelingt am besten durch die Anwendung von drei Prinzipien:

Erstens: Zeigen statt sagen

Das Prinzip „zeigen statt sagen“ ist vor allem in Film und Literatur bekannt, spielt aber im Marketing eine genauso große Rolle. Es ist wenig überzeugend, wenn ein Werbespot Ihnen sagt, dass die beworbene Limonade gute Laune schaffe. Stattdessen wird er es Ihnen zeigen, und zwar in Gestalt von fröhlich feiernden Menschen mit Limonade. Im Roman lassen sich Informationen über eine Figur etwa in einen Dialog einschmuggeln: „Sie ist immer freundlich“. Wirksamer ist es aber, die betreffende Figur selbst mit freundlichem Verhalten auftreten zu lassen. Zeigen statt sagen.

Als Texter sind Sie in einer Sonderstellung, denn sobald Sie sich in Textform darstellen, zeigen Sie Ihr Handwerk, ob Sie wollen oder nicht. Gehen Sie offensiv mit dieser Sonderstellung um und lassen Sie Ihre Kompetenzen möglichst umfassend in Ihre Selbstdarstellung einfließen. Sagen Sie nicht nur, dass Sie es können, sondern zeigen Sie es.

Zweitens: Facettenreichtum sichtbar machen

Glaubwürdigkeit und Vertrauen setzen eine gewisse Detailliertheit von Informationen voraus. Allgemeine Aussagen wie „ich kann“ oder auch „Produkt X ist das beste“ besitzen keine Glaubwürdigkeit, weil sich niemand etwas Greifbares darunter vorstellen kann.

Gehen Sie deshalb ein Stück ins Detail und zeichnen Sie ein Bild von den wichtigsten oder interessantesten Aspekten Ihrer Arbeit. So hinterlassen Sie einen bleibenden Eindruck und profilieren sich mit konkreten Inhalten als Experte.

Drittens: Harte Belege anführen

Verweise auf formale Qualifikationen und Berufserfahrung sind der klassische Weg, die eigenen Kompetenzen darzustellen. Biographische Informationen, wie sie in Lebensläufen stehen, sind für sich genommen meist zu vage, um zu beeindrucken. Zugleich sind sie aber unverzichtbar, denn Ihre Leistungen in der Vergangenheit sind die härtesten Belege für Ihr Können.

Erwecken Sie diese Informationen zum Leben, indem Sie sie zusammen mit den ersten zwei Prinzipien in eine individuelle Story einbetten. Erzählen Sie zum Beispiel, was Sie während einer bestimmten beruflichen Etappe mühsam lernen mussten, was Sie seinerzeit überrascht hat oder warum Sie im Jahr X ein Aha-Erlebnis hatten.

So werden Ihre biographischen Informationen zur spannenden Lektüre, und für Ihre Besucher wird klar, warum Sie genau diese Leistungen anbieten können und wollen. Das ist eine hervorragende Grundlage, auf der Vertrauen in Ihre Fähigkeiten entsteht und wächst.

BEWERTUNGEN
2017
sehr gut
85 Bewertungen
auf kundennote.com

 

 

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